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| Zu Deinem 2. Jahrestag in unserer Mitte |
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Schon der römische Gelehrte Gaius Plinius Secundus Maior (Plinius der Ältere, 23..79 n.Chr), beschreibt die Vulkaninsel Gran Canaria als eine raue fruchtbare Insel mit exotischer Flora, welche von wilden Hunden bevölkert wird (C. Plini Secundi Naturalis historiae libri). Unter diesen wilden Hunden finden sich auch Hunde mit Tigerstreifen. Diese Hunde werden als wild, aber nicht blutrünstig, intelligent und schön anzusehen, leicht erziehbar, mit einer eigenen Grazie und äußerst folgsam beschrieben.
Für einen Nachfahren dieser Hunde, mussten erst 5 bis 6 harte Jahre seines Hundelebens auf Fuerteventura vergehen, bis seine ”Odyssee” am 25. September 2005 im Badischen Waldbronn endlich ihr gutes Ende finden sollte.

Ein geschundener Kettenhund
Harry 25.09.2005
Deine physischen, aber auch psychischen Wunden und Narben haben uns Einblicke in so manch’ finsteres Kapitel aus Deinem alten Leben auf Fuerteventura verschafft. Aber auch wenn es viele Monate gedauert hat, das Gros der Schatten dieser Vergangenheit gemeinsam zu vertreiben, so steht mit Dir am heutigen Tag ein lebensfroher und fideler Hauswolf in unserer Mitte, der eine sehr intensive Bindung zu seinen Menschen eingegangen ist.
Unser Bardino, unser Hauswolf - Und wenn es auch heute noch den Ein- und Anderen Menschen gibt, welcher Dein artgerechtes natürliches Verhalten falsch interpretiert, so hast Du doch im Laufe der vergangenen beiden Jahre die Herzen sehr vieler Zwei- und Vierbeiner gewonnen. Und nicht wenige dieser Menschen kennen Dich seit Deiner ersten Badischen Tage, und haben aufmerksam Deine beeindruckende Wandlung verfolgt. Der einst so unsichere und geschundene Kettenhund hat sich zu einem gesunden, stattlichen und charakterstarken Bardino gemausert, der seinen festen Platz in unserer Familie eingenommen hat. Mit den derben Manieren eines Bauers, der Beharrlichkeit eines Wegelagerers, dem Erfindungsreichtum eines ausgebufften Schlitzohres oder auch einmal dem zur Schau gestellten ”Ich armer Hund” in gar ausgefeiltester ”Julio Igl...as (Schmacht-) Manier”, begeisterst und verblüffst Du Deine Freunde und Bekannte stets auf Neue. Ja, inzwischen hast Du in Deiner Neuen Welt das Laufen gelernt, und bist Deinen Menschen ein treuer Begleiter im Alltag geworden.
Man sagt, ein Bardino blicke durch Bernsteinaugen direkt in die Seele des
Menschen. Den brutalen Umgang und das Leid, welche Du in Deinem
früheren Leben auf Fuerteventura durch Vertreter unserer eigenen Spezies
erfahren musstest, haben Dich gegenüber fremden Menschen äußerst
misstrauisch werden lassen. Mit sensibelsten Sinnen demaskierst Du Dein
menschliches Gegenüber,
erkennst und bewertest sein wahres Wesen, und reagierst entsprechend Deiner Art.
Nur derjenige, welcher Dir aufrecht, ehrlich und ohne Falsch in höflicher
Manier entgegentritt, der wird in der Tat einen faszinierenden Hund mit
Tigerstreifen kennenlernen - Den wahren Harrybo.

Ein
fideles Familienmitglied
Uns Harrybo 2007
Wer sich auf unseren Seiten bis hier hin durchgeschnuffelt hat, der wird mir wohl zustimmen, dass der Versuch, diese treue Seele auch nur annähernd trefflich und umfassend beschreiben zu wollen, wohl zig weitere HTML Seiten unserer Domain füllen würde. Statt dessen möchten wir Euch zu Harrybos Ehrentag das Alemannische Gedicht Gewitter des Dichters Johann Peter Hebel (1760-1826) präsentieren. Der diesbezügliche Hintergrund findet sich in der folgenden Begebenheit:
Im August diesen Jahres wurden wir und Uns Harrybo auf einer Wanderung oberhalb des Klosters Frauenalb im oberen Albtal von einem schweren Sommergewitter überrascht. Und der alte Wolkentreiber hatte sich an diesem Mittag recht ordentlich ins Zeug gelegt - Sturmböen, Extreme Lichtverhältnisse, im Höhepunkt Blitz und Donner im 10 Sekunden Takt (teilweise sehr nahe Entladungen, d.h. Zeitdifferenzen zwischen Aufleuchten Blitz u. Donnerwahrnehmung <=1Sek.), ”Gratisduschen” aus dem Vollen, und mittendrin 3 Wanderer auf acht Beinen. Aber so sehr sich der alte Wolkentreiber auch bemüht hatte, mal davon abgesehen, dass es ihm zwar gelungen war, die drei Wanderer, welche mit Interesse dieses Naturschauspiel aus dem Schutz des Waldrandes heraus beobachteten, gar ordentlich zu ”duschen”, so war es war ihm doch unmöglich gewesen, diesem gestandenen und charakterfesten Bardino in der Mitte seines Rudels, auch nur den Hauch eines Anflugs von Unsicherheit oder gar Furcht vor den Naturgewalten zu entlocken. Und wieder einmal waren wir sehr, sehr stolz auf unseren kleinen Mann. In diesem Sinne wünschen wir Euch
Viel Spaß !
Das Gewitter
Der Vogel schwankt so tief und still,
er weiß nit, woner ane will.
Es chunnt so schwarz, und chunnt so schwer,
und in de Lüfte hangt e Meer
voll Dunst und Wetter. Los, wie’s schallt
am Blauen, und wie’s wiederhallt.

In große Wirble fliegt der Staub
zum Himmel uf, mit Halm und Laub,
und lueg mer dort sel Wülkli a!
I ha ke große G’falle dra,
lueg, wie mers usenander rupft,
wie üser eis, wenns Wulle zupft.

Se helfis Gott, und behüetis Gott!
Wie zuckts dur’s G’wülch so füürigroth
und ’s chracht und stoßt, es isch e Gruus,
aß d’Fenster zitteren und ’s Hus,
Lueg’s Hundle auffem Wegle a!
Es schloft, und nimmt si nüt drum a.

Sie lüte z’Schlienge druf und druf,
ie, und’s hört ebe doch nit uf.
Sel bruucht me gar, wenns dundre soll
und ’lütet eim no d’Ohre voll.
O, helfis Gott! - Es isch e Schlag!
Dort, siehsch im Baum am Gartehag?

Lueg, ’s Hundle schloft no allewil
und us dem Dundre machts nit viel.
Es denkt: ”Das ficht mi wenig a,
er wird io d’Auge bynem ha.”
Es schnüfelet, es dreiht si hott
ufs ander Oehrli. Gunn ders Gott!

O, siehsch die helle Streife dort?
O los! hesch nit das Raßle g’hört?
Es chunnt. Gott wellis gnädig si!
Göhnt weidli, hänket d’Läden i!
’s isch wieder akurat wie fern.
Gut Nacht, du schöni Weizen-Ern.

Es schettert uffem Chilche-Dach;
und vorem Hus, wie gäutscht’s im Bach
und’s loßt nit no - das Gott erbarm.
Jez simmer wieder alli arm.
Zwor hemmer au scho gmeint, ’s seig so,
und doch isch’s wieder besser cho.

Lueg, ’s Hundle schloft no allewil,
und us dem Hagle machts nit viel!
Es denkt: „Vom Briegge loßt’s nit no,
er wird mi Theil scho übrig lo.’
He io, ’s het au, so lang i’s ha,
zu rechter Zit si Sächli gha.

O gebis Gott e Hundesinn!
’s isch große Trost und Sege drinn.
Sie schlofe wohl und traue Gott,
wenns Spieß und Nägel regne wott,
und er macht au si Sprüchli wohr
mit sinen Englen in der G’fohr.

Wo isch das Wetter ane cho?
D’Sunn stoht am heitere Himmel do.
’s isch schier gar z’spot, doch grüeß di Gott!
”He”, seit sie, ”nei, ’s isch no nit z’spot,
es stoht no menge Halm im Bah’
und menge Baum, und Oepfel dra.”

Potz tausig, ’s Hund isch au verwacht,
Lueg, was es für e Schnüfli macht!
Er lächlet, es weiß nüt dervo.
Siehsch, Harrybo, wie’s ussieht do? -
Der Schelm het no si G’falle dra.
Gang, richt em eis si Päppli a!

Dr Arne, dr Schelm, het ane Hebel sine Gedicht ä kloi Veränderung vorgnumme. Wu Hebel vorhär vum Chind gschribbe het, do het er’s Hundi iigfiährt ;-)))
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