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Es war endlich soweit - Der Tag vor der Adoption unseres Hundes. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, und wir waren auch auf manche
Eventualitäten vorbereitet. In Gedanken hatten wir uns die kommenden Wochen
und Monate mit unserem neuen Familienmitglied, dem Bardino Mischling
Harry, schon ordentlich ausgemalt - Es sollte sich jedoch Vieles etwas anders gestalten
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2005 - Ein tapferes Kerlchen mit großem Herzen wird gerettet
Mit diesem Kapitel wollen wir all diejenigen motivieren, die sich mit ihrem neuen Gefährten großen unerwarteten Herausforderungen gegenüber sehen, nicht zu verzagen. Euer neuer Freund kann nicht das Geringste für die Probleme, denn diese haben andere Menschen zu verantworten. Allerdings haben sich diese Menschen dieser Probleme einfach entledigt, und es liegt nun an Euch, mit unendlicher Geduld und Beharrlichkeit, einem großen Herzen aber vor allem auch Konsequenz und viel Vertrauen in Euren Schützling, diese Probleme zu bewältigen. Und müsst Ihr Euch mal draußen diesbezüglich unqualifizierte Sprüche und Kommentare mancher intelligenter Mitmenschen anhören, so tretet ihnen stets höflich aber kompetent gegenüber - die Armen wissen es halt nicht besser. Denn eines steht unumstößlich fest -
Erst am Ende wird die Rechnung
aufgemacht,
und hier werdet Ihr und Eure Schützlinge
die Gewinner sein !
Ein geschundenes Kerlchen kommt in die Familie
Selbstverständlich hatten wir für die erste Eingewöhnungsphase drei Wochen alternierend Urlaub genommen, so dass Harrybo unter unseren Fittichen langsam in seine neue Welt eingeführt werden konnte.
September 2005, er war endlich da. Die 200Km lange Fahrt von der
Pflegestelle zurück nach Waldbronn war allerdings recht ”heftig”
verlaufen. Zu unserem Erstaunen war er dort, nachdem er noch einen
Passanten ordentlich verbellt hatte, sofort mit Begeisterung ins Auto
gesprungen, aber ab diesem Zeitpunkt wurde nun alles, was sich außerhalb
des Autos bewegte, ordentlich verbellt. Auf den ”Gassipausen” wurde
ebenfalls jeder verbellt, der sich uns zu dicht näherte. Nur gut, das
zumindest wir davon verschont geblieben waren
)
Und nachdem er nun unsere Wohnung erkundet und artgerecht markiert, die Katzen ansatzlos unter das Bett gejagt (obwohl er sich auf der Pflegestelle mit der Hauskatze wohl vertragen hatte), und sich seine erste Mahlzeit mit erschreckender Geschwindigkeit einverleibt hatte, wurde das allererste Bild von Harry aufgenommen.

Erschöpft
Trotz der liebevollen und kompetenten medizinischen Erstversorgung und Pflege unseres damals ca. 6 Jahre alten Bardino- Mix Rüden Harry auf der Finca Esquinzo und durch die Tierhilfe Fuerteventura e. V. im Vorfeld unserer Übernahme, waren (und sind) die physischen Spuren der, durch die/den Vorbesitzer erfahrenen Misshandlungen und einer grob fahrlässigen Vernachlässigung offensichtlich. Die folgenden Monate sollten uns zudem zeigen, dass unser kleiner Mann noch weiteres ’Heftige’ bei diesen, oder gar durch diese Vorbesitzer hatte wegstecken müssen.
Die erste Woche im neuen Heim
Ab sofort wurde unser Obergeschoss zum Rückzugsgebiet der Katzen
erklärt, und war für Harry tabu. In logischer Konsequenz habe ich in der
ersten Woche meine Nächte auf dem Einen Sofa im Wohnzimmer verbracht,
während das Andere
sein
Lagerplatz wurde (Ja, ja - der hierarchische Aspekt
).

Das erste Spielzeug wird untersucht
War er noch in den ersten Nächten fast stündlich aus dem Schlaf aufgeschreckt (hierbei hatte meine Anwesenheit offensichtlich eine beruhigende Wirkung auf ihn, was er meistens mit einer ordentlichen ”Schlabberdusche” belohnte - und eine Bardinozunge ist nicht klein
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so wurden die folgenden Nächte mehr und mehr von einem unterbrechungsfreiem Schnarchkonzert geprägt. In der Folgewoche wurde die "Nachtwache" von meiner Frau übernommen und im Laufe der dritten Woche wurde offensichtlich, dass wir unseren Bub von nun an mit ruhigem Gewissen alleine schnarchen lassen konnten.

Ruhe ist die beste Medizin
In der Wohnung war Harry aufmerksam, gelegentlich verspielt (von seiner diesbezüglichen stürmischen Art waren die Katzen allerdings nicht sonderlich begeistert) ansonsten aber recht ruhig. Draußen in der weiten Welt wurden Wald und Flur ausgiebig erschnuffelt. War man alleine mit ihm unterwegs, so konnte man eine auffällige Leinenführigkeit beobachten. Weiterhin war das Fehlen echter Emotionen deutlich zu spüren. Trafen wir einen Hund, wurde, unabhängig davon ob Rüde oder Mädel, recht ausgiebig gespielt und getobt, ansonsten wurde jedoch alles verbellt, was uns entgegenkam oder gar passierte und nicht zur Familie Canidae (Hunde) gehörte. Ob Auto, Fahrrad, Fußgänger, Jogger oder gar spielende Kinder - Harry hing tobend in der Leine und nahezu jeder Spaziergang wurde so zum Spießrutenlauf.
Es war offensichtlich, das unser Hund Probleme hatte, und vor uns Fünfen ein gerüttet Maß an Arbeit lag. Die Erstvorstellung beim Tierarzt nach dieser Eingewöhnungswoche sollte dem Ganzen noch Einen oben drauf setzen - Harry' s medizinischer Gesundheitszustand gab ebenfalls Grund zur Sorge. Nachdem eine gründlichere Eingangsuntersuchung aufgrund der Aggressivität eines panischen Hundes vollkommen unmöglich war, stellte uns die Tierärztin wortwörtlich die folgende Frage:
Wir werden wohl niemals diese erste gemeinsame Woche mit Harry mitsamt dem ersten Tierarztbesuch als krönenden Abschluss vergessen. Aber eines stand unabdingbar fest - In den vergangenen 40 Jahren haben wir niemals, und auch wenn die Umstände mal schwierig geworden waren (z. B. Umzug unter Zeitdruck und Tierhaltung), ein uns anvertrautes Tier aufgegeben und damit auch verraten, und bei Harry würden wir bestimmt nicht mit unserer Lebensphilosophie brechen. Dementsprechend wurde umgehend die dringend notwendige OP festgelegt und ein Heil- u. Therapieplan erstellt. Die Tierhilfe wurde über den aktuellen Gesundheitsstatus ihres ehemaligen Schützlings informiert und beteiligte sich vereinbahrungsgemäß an den Tierarztkosten auf Harry' s Weg der Genesung.

Oktober 2005 - Mit großen Schritten in ein neues Leben
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