Willkommen auf Der gebrauchte Hund .de

Sie befinden sich gerade hier: Der gebrauchte Hund • Erziehung des Hundes (Teil 5)

Harmonie im hierarchisch strukturierten Verband

 •  Dieses Kapitel überspringen...

Nun packen wir alles zusammen, und gehen nochmals zur Ausgangslage zurück. Der Hund ist nun im neuen Heim. Wir treten ihm von Anfang an höflich gegenüber und wir sind uns zudem sicher, ihn etwas besser zu verstehen. Und wie geht es jetzt weiter ? Nun, der Boden zur artgerechten und sanften Erziehung ist nun bereitet. Aufgrund des höflichen und umsichtigen Umgangs miteinander wird das zarte Pflänzchen

GEBRAUCHTER HUND Harry - erwachen
Geborgenheit - alles ist genau so, wie es sein soll

des Vertrauens langsam beginnen zu gedeihen. In der Folgezeit stellt der neue Hauswolf nun einen Schwamm dar, welcher jegliche für ihn relevante Informationen über Umgebung, Abläufe und Strukturen regelrecht aufsaugt. Stetig zunehmendes Wissen über sein Revier, die Anwesenheit eines Rudels zu dem ein Vertrauensverhältnis erwächst, geben ihm zunehmend Sicherheit und Selbstvertrauen. Die kommenden Phasen der Veränderung (Selbstvertrauen, Rudelaufnahme, Bindung, Rangfolge) werden verschiedene Facetten seines Charakters offenbaren. Die Intensität hinsichtlich dem artgerechten Umgang in der Lebensgemeinschaft ist in gewissen Grenzen variabel, sollte aber möglichst selten den Hund in die Entscheidungslage bringen. So darf beispielsweise (ja, ja - schon wieder Mein Hund ein Bardino ?) unser Harrybo nach Aufforderung unsererseits auch das Sofa benutzen. Das Sofa stellt allerdings in der inneren Behausung einen erhöhten Platz dar, und wird zusätzlich auch von rangmäßig höhergestellten Rudelmitglieder benutzt. Demzufolge definiert es in der Hundepsychologie durchaus einen strategischen Platz.

Der Erziehungsplan ist definiert, eine Kommunikation zum Hund ist etabliert. Die Erziehung läuft an und der Hund wird beiläufig sukzessive in die soziale Struktur des Rudels integriert. Je besser die natürlichen Anforderungen an die höheren Rudelränge von den menschlichen Familienmitglieder umgesetzt werden, desto weniger wird das neue Familienmitglied eigene Ansprüche an diese Positionen stellen.

Das Fundament der artgerechten und sanften Erziehung

 •  Dieses Kapitel überspringen...

Abschließend versuchen wir noch einmal die Eckpfeiler dieser, hinsichtlich der Umsetzung relativ komplexen, und bezüglich der Auswirkung äußerst effizienten, Erziehungsform zusammenzufassen.

Die artgerechte (möglichst) Erziehung spricht, unabhängig von seiner Vorgeschichte, die Urinstinkte und artspezifischen natürlichen Verhaltensmuster des Hundes an. Ein artübergreifender höflicher Umgang miteinander ist an der Tagesordnung. Dem Hund wird ein hierarchisch strukturierter Verband (Gruppe, Familie) angeboten, in welchen er sich eingliedern kann. Die bidirektionale Kommunikation erfolgt über Hör- u. Sichtzeichen sowie durch stete Beachtung der nonverbalen Signale. Die zielgerichtete Erziehung erfolgt über ein Belohnungsprinzip (positive Bestärkung). Unabhängig vom hierarchischen Stand, ist der Hund durch sein spezifisches Vorteilsdenken geprägt. Belohnungsarten sind vielfältig und reichen vom Leckerli oder Beutedepot über Belohnungs- u. Jagdspiel bis hin zum Knuddeln (was allerdings kein canidennatürlicher Umgang ist, allerdings nach einer Eingewöhnungszeit durchaus vom Hund eingefordert werden kann). Alle Gruppenmitglieder müssen die Anforderungen hinsichtlich des argerechten Verständnisses des Hundes canidengerecht erfüllen. Der Hund muss sich in seiner Stellung am unteren Ende der Hierarchie wohl fühlen. Er muss sowohl geistig als auch körperlich gefordert und ausgelastet werden. Hierbei müssen rassespezifische Besonderheiten und aus seiner Vorgeschichte bekannte Eigenschaften unbedingt berücksichtigt werden.

Der Grad der artgerechten Umsetzung des Zusammenlebens ist durchaus variabel. In jedem Falle muss der Hund stets am Familienleben beteiligt werden. Besteht zwischen Hund und Mensch ein tiefes Vertrauensverhältnis und hat der Hund die hierarchischen Strukturen akzeptiert, so steht dem gemeinsamen harmonischen Zusammensein nichts mehr im Wege. Aber es gibt diesbezüglich Etwas, dessen Ihr Euch stets bewusst sein müsst:

An Vertrauen und Harmonie im Rudel muss
ein Hundeleben lang
Tag für Tag gearbeitet werden!

 

Hundepfote

  Kapitelübersicht artgerechte und sanfte Hundeerziehung

  • Die Lerndisposition des Hundes
  • Ein Einstieg in die Hundeerziehung
  • Zwischendurch etwas Motivation
  • Hundeerziehung planen
  • Am Anfang
  • Der Rudelführer
  • Die Sicht des Caniden
  • Rechte und Pflichten
  • Die Jagd
  • Im Lager
  • Harmonie zwischen Hund und Mensch
  • Das Fundament der Hundeerziehung