Der gebrauchte Hund

Zum Gedenken an Harry und Jason

Terry - Der Rückläufer

Terry und die Sache mit dem Wegezoll

So haben wir beispielsweise lange Zeit die Arbeitswoche bei einem gemütlichen Abendessen in der Vereinsgaststätte des TC Waldbronn ausklingen lassen. Schon bald hatte man dort ein paar Leute kennengelernt und es waren in der Regel Abende in gemütlicher Runde gewesen. Terry natürlich stets mit an Bord. Damit die Wirtsleute Terry natürlich auch mal „bedenkenlos“ kraulen durften, haben wir ihnen bei unseren ersten Besuchen vorgeschlagen, ihn mit einem Streifen Leckerli zu „bestechen“. Natürlich musste er vor der Belohnung etwas dafür tun. Positive Verstärkung eben. Nur hätten wir nie damit gerechnet, wie schnell sich Terry dieses „Ritual“ zu eigen machen sollte. Ich sage nur Erfindungsreichtum und Beharrlichkeit des Terriers. Doch urteilt selbst.

Futtern macht müde
Gesättigt und müde

Herausforderung „Terry-Passage“

Beim Betreten des Lokals wurden natürlich zuerst die Wirtsleute begrüßt und danach haben wir uns in der Regel zu unseren Bekannten dazugesellt. Nachdem auch Terry begrüßt worden war, ließ dieser fortan den Tresen nicht mehr aus den Augen, denn da fehlte ja noch etwas. Je nachdem wo wir uns „platziert“ hatten, musste er dazu auch mal über die Tischkante lugen – ein ungemein knuffiger Anblick, welcher natürlich auch den anderen Gästen nicht verborgen blieb. Als sich dann unser Wirt näherte, um die Bestellungen aufzunehmen, war Terry-Time angesagt. Leine frei und schon hatte er sich mitten im Lokal direkt vor unserem Wirt abgesetzt und damit den Weg zu Tisch versperrt. Und sollte dieser nicht rechtzeitig verstanden haben, so stellte sich Terry auf die Hinterläufe und stützte sich an ihm ab – welch ein Anblick. Grinsende Gesichter rundherum. Gut das mit der Nummer „erst einmal eine Aufgabe lösen, bevor es dafür eine Belohnung gibt“, war unserem Wirt in der Regel gerade „entfallen“ und so wurde Terry letztendlich für sein „freches“ Auftreten mit Leckerli belohnt. Es gibt eben Dinge, welche ein Terrier blitzschnell lernt. Nach entrichtetem Wegezoll durfte dann die Bestellung aufgenommen werden.
Und bevor jetzt „Hundeprofis“ Schnappatmung bekommen hier noch ein kleiner Hinweis. Natürlich war diese Nummer mit den Wirtsleuten abgestimmt, denn wie sie bereits aus unseren ersten Besuchen mitnehmen durften, ist Terry in dieser Umgebung und Konstellation nicht nur ein freundliches und friedliches Kerlchen, sondern seinem Erfindungsreichtum sind keine Grenzen gesetzt, insbesondere dann, wenn es um Essbares geht.
Wohlgemerkt, ließen wir ihn diese Nummer ausschließlich beim TC durchgehen. Doch darum geht es gar nicht. Denn auch in unseren beiden Lieblings-Restaurants fühlt sich Terry unverkennbar wohl, weil er verinnerlicht hat, dass er dort mit seinen Menschen willkommen ist. Gut, Streicheleinheiten gibt es in der Regel von Service und selbst Chefin obendrauf. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn er sich selbst bei Hochbetrieb, sei es im Gastraum oder auch der Außenanlage, bereits nach kürzester Zeit ablegt und damit beginnt, auf sonderbare Weise unentwegt in die Länge zu gehen. Ach ja, an diesen Orten verhält er sich gegenüber anderen Hunden relativ tiefenentspannt.

Unser Alterchen im Gelände

Draußen im Gelände ist er zwar, für seine Verhältnisse, etwas „ruhiger“ geworden, schnüffelt sich aber weiterhin mit Hingabe und Leidenschaft durchs Gelände.

Wen die Maus ruft
Für den Einen ist es der Postbote, für Terry hingegen die Maus

Unverkennbar haben Sehkraft und Gehör altersgemäß etwas nachgelassen. Letzteres nenne ich auch gerne mal „Bedarfsschwerhörigkeit“. Was seinen Jagdtrieb gerade als Terrier-Jagdhund-Mix angeht, nun, diesen habe ich bereits auf unseren Seiten über die natürliche Aggression des Hundes und Jagdtrieb skizziert. Auch diesbezüglich ist er relativ entspannt geworden.

Und ewig ruft die Maus
Unverändert der Mäuse-Junkie von Etzenrot

Gut, wenn in dunklem Tann die Nase in den Wind gehoben wird und er unverkennbar Witterung aufnimmt, kommt er, ungeachtet seines Gehorsams und instinkten Jagdverhaltens, dennoch an die Leine. Unzählige Male hat er uns in den vergangenen Jahren durch sein Vorstehen auf erstarrtes Wild hingewiesen. Spätestens beim Nachziehen musste man nur noch seiner Blickrichtung folgen, um selbst einen Blick auf im Dickicht verborgene Waldbewohner werfen zu können. Dass wir in diesen Fällen die natürliche Jagdabfolge direkt mittels Kommando mit anschließendem Anleinen unterbrochen haben, versteht sich von selbst. Dieses Jagdverhalten hatte er bereits mitgebracht. Wir haben es für unsere Bedürfnisse lediglich noch etwas ausgefeilt. Mittlerweile sind ihm selbst in unmittelbarer Nähe querende Rehe vollkommen schnurz. Gut, natürlich nimmt er sie wahr, aber damit war es das dann auch schon gewesen.

Und ewig ruft die Maus Teil 2
Mäuslein, Mäuslein, Mäuslein mein

Entgegenkommende unkastrierte Rüden stellen für ihn allerdings unverändert einen wahren Jungbrunnen dar. Und wenn diese dann noch aufgrund unbedarfter Hundeführer in seinen aggressiven Komment einsteigen, „Holla die Waldfee!“. Selbst heute noch, im zarten Alter von 13 Jahren besitzt er noch immer diesen leichten federnden Trab. Und als er erst vor wenigen Tagen auf die Spielaufforderung eines jungen Rüden eingestiegen ist und sich die beiden anschließend ausgelassen über die Wiese gejagt haben, nun, dann fällt es einem durchaus etwas schwer, zu glauben, dass er tatsächlich bereits so alt ist. Unverändert schnell und wendig wie ein junger Spund – Terrier-Jagdhund-Mix eben.

Terry mit Kumpel Jackson
Rabauken unter sich

Das eine aber ist gewiss. Für unsere Familienhunde ist 13 kein Alter. Terry wird uns noch so manche Jahre durch das Abenteuer Leben begleiten. Was uns angeht, nun, so werden wir, so wie wir es immer getan haben,

Alles dafür tun!

Pfote eines Hundes

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Kapitel: Terry - Der Rückläufer


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