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Der Harrybo

In unserer Mitte

Harrybos
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Zum Thema  Rückblick Erziehung - Herausforderung Harrybo

Es war schon ein Kerlchen, welches September 2005 auf 4 dünnen Beinen, dazu, als Folge unglaublicher Vernachlässigung, ziemlich ”gerupft” vor uns stand - Ein völlig verunsicherter Hund (neues Umfeld, fehlender Bezug und keinerlei Vertrauensverhältnis zu uns, Vorgeschichte), welcher mit seinen ca. 6 Jahren bis dato offensichtlich keine Ausbildung erfahren hatte. Weiterhin war der Verlauf seiner Prägephase mehr als fraglich. Zu Anfang haben wir uns also, trotz profunder eigener Erfahrung im Umgang mit Hunden, an professionelle Trainer gewandt. Die Ergebnisse waren allerdings ernüchternd, und keinesfalls akzeptabel. Da hieß es schon mal, dass Harry taub sein müsse, da er sich vom geworfenen Schellenband nicht im Geringsten beeindrucken ließ.  Ich erinnere mich an einen Assistenztrainer, welcher uns vorführen wollte, wie man sich einen Hund unterordnet. Ja, der arme Kerl wurde beinahe eine halbe Stunde recht derb dominiert - Nicht Harry, nein, ich meine den Trainer. Aber letztendlich hatten alle diese ”Könner” etwas gemeinsam - Sie waren allesamt nicht in der Lage gewesen, einen Zugang zu Harry aufzubauen. Irgendwann haben wir uns ob dieser Ergebnisse dann dazu entschieden, in Sachen Hundeerziehung aufs Erste auf ”professionellen” Beistand zu verzichten.

Respekt muss verdient werden
Respekt muss man sich verdienen

Und so haben wir bei Erziehungsstand 0 angesetzt, und den Weg der sanften Erziehung gewählt, einer sehr komplexen und anspruchsvollen Erziehungsform, deren Grundprinzipien gleichzeitig die hohe Effizienz und Zuverlässigkeit logisch begründet.  Auf unseren Seiten zur Hundeerziehung habt Ihr bereits Einblicke in eben diesen sanften Weg zu Harrybos  artgerechter und natürlicher Erziehung erhalten. Vertrauen und Erziehung gehen stets Hand in Hand, und Beides musste erst langsam wachsen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und rückblickend sind wir uns einig, dass gerade zu Beginn seiner Erziehung das Gros der Fehler in Harrybos Grundausbildung bei uns Zweibeinern lag. Da fallen mir gleich mal unser völlig falscher Einsatz der Schleppleine-, oder auch  ”Katastrophentiming” in Sachen Lob bei fehlerfreier Ausführung unserer Anweisungen ein. Aber wenn ich mir heute unseren folgsamen (meist) Harrybo so anschaue, der längst einen breit gefächerten Kommandosatz aus dem FF beherrscht, so ist dieses Konzept voll und ganz aufgegangen. Und ich möchte hier unbedingt noch Imke (s. Toni und Ivi) erwähnen, die uns insbesondere in der ersten Zeit unserer ersten Gehversuche in artgerechter und sanfter Erziehung unseres Primaners mit Tigerstreifen stets hilfreich und motivierend zur Seite gestanden war. Natürlich darf auch Frau Dorothee Schneider (Hundekunde Schneider) hier nicht fehlen, welche Harrybo und seinen Menschen im fortgeschrittenen Stadium seiner Grundausbildung mit theoretischer und praktischer Unterweisung in angewandte Hundekunde den ”Feinschliff” verpasst hat.

Training - Die Basics
Die Basics - Nix leichter als Das

Und diesbezüglich erinnere ich mich gerne noch an so manche Tage im Gelände, da wurden wir angesichts unserer Trainingseinheiten in Sachen artgerechter sanfter Erziehung seitens anwesender gestandener Hundeplatzprofis der alten Schule, sagen wir mal ”milde” belächelt. Ruhige Ansprache (Namensnennung) und prompt ”große Freude” und ”Belohnungsmorgel” oder Leckerli  ob der Kontaktaufnahme seitens des Hundes - ”Ts Ts Ts, das soll Hundeausbildung sein?” Diesbezüglich besonderst hervorgetan hat sich hier ein besonderer Schlag Hundeführer, ich nenne sie gerne ”Latzhosenträger”. Es sind Menschen, welche mir noch aus meinen eigenen Tagen auf Hundeplätzen vor Allem durch die SchH- Ausbildungen wohl bekannt sind, wobei ich hier keinesfalls alle Hundeführer und Trainer über einen Kamm scheren möchte. Bei diesem speziellen Typus Mensch handelt es sich in der Regel um sehr laute Menschen mit chronisch heißerer Stimme. Es sind diese Menschen, deren Hunde im Zwinger oder an der Kette gehalten werden, und deren Ausbildungskonzept nahezu ausschließlich aus Vereinsheim, harter u. blinder Dominanz gegenüber dem Hund, Leinenruck und dem gebrüllten Wort besteht. Übrigens präferieren diese Menschen in der Regel einen sehr verbreiteten Deutschen Hütehund ;-)))

Aber wie dem auch sei, heute lächeln sie nicht mehr. Die Spielregeln haben sich geändert, denn das Grünfell mit Tigerstreifen und seine Menschen sind schon lange ein harmonisches und eingespieltes Team geworden. Die Rechnung wird eben immer erst am Schluss aufgemacht, und ich gebe gerne zu, dass ich mir nun manches Mal selbst ein ”mildes” Lächeln meinerseits nicht unterdrücken kann, wenn man im Gelände eben auf ”Macher” der alten Schule trifft, welche gerade ihrem Hund, dessen Motivation gerade nix mit seinem Hundeführer zu tun hat, Flüche und Drohungen hinterher brüllen, während hingegen unser Grünfell im gleichen Moment auf unmerklichste Sichtzeichen (Die Ansprache ”erledigen” hier, garantiert ungewollt, die lauten Menschen für uns ;-)))) hoch motiviert vorbildlichen Gehorsam demonstriert.

Und abschließend noch eine kleine Anmerkung zum Thema Leckerli. Ja wir gehören zu jenen Hundeführern, welche in der Ausbildung in Sachen positive Bestärkung dem individuellen Vorteilsdenken des Hundes mit Wort, Körpersprache und Leckerli entgegenkommen. So kam es gerne mal vor, dass man, nachdem Uns Harrybo wieder einmal vorzüglichen Gehorsam aus dem Lehrbuch präsentiert hatte, seitens ebenfalls anwesender Hundeführer bezüglich der mystischen Beutel mit der magischen ”Gehorsamsessenz” Kommentare wie etwa ”Ach so, na dann ist alles klar, da würde meiner auch so gehorchen...” anhören durften.

Tatsächlich, würde er das ???

Das harmonische Miteinander mit einem gebundenen Hund ist tatsächlich viel zu komplex, um es im Ganzen mit wenigen Web Seiten relativ ausführlich beschreiben zu können. Daher komme ich gleich mal zur Quintessenz - Das Individuum Harrybo leistet seinen Menschen, an welche er sich über einen langen Prozess so intensiv gebunden hat, jederzeit (beinahe, wobei das nichts mit Leckerli zu tun hat) auch ohne Leckerli vorzüglichen Gehorsam. Die einzigen Situationen, in welchen wir tatsächlich noch auf Leckerli als Leckerli zurückgreifen sind passierende Mountainbiker, passierende Traktoren und der Bus (je nach Tagesform). Auch kommt es manchmal vor, insbesondere bei Nacht, dass er Passanten gelegentlich als ”Bedrohlich” einstuft. Da wir ihn jedoch längst ”lesen” können, binden wir in diesen Fällen rechtzeitig seine Aufmerksamkeit, wobei wir manches Mal hier auch mal mit Leckerli arbeiten.

Fazit - Leckerli als positive Bestärkung sind allemal ein probates Mittel in der artgerechten sanften Hundeerziehung. Im fortgeschrittenen Stadium der Ausbildung fungieren diese Leckerli lediglich noch als Gesten oder als Leckerli auch mal als Hilfsmittel ausschließlich für besondere Situationen. Auch wenn unser Streber mit Tigerstreifen für sein Leben gerne futtert, so zeigt er uns doch heute Tag für Tag, dass sein Gehorsam längst nicht mehr auf Leckerli basiert, sondern einzig und alleine auf dem Vertrauen, welches ein zufriedener und gebundener Hund seinem Menschen entgegen bringt.

Gehorsam ohne Worte - Vertrauen und blindes Verständnis

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